Über einen Abend in Münster: An einem späten Nachmittag in diesem Herbst machten sich zehn Schüler*innen des Französisch-Grundkurses der Q2 auf den Weg nach Münster. Da eigentlich übliche Fahrten nach Paris oder Programme, wie das breite Angebot an Austauschen für uns leider ausfallen mussten - sehr zu unserem und Frau Kappensteins Bedauern- kamen uns die neue Unterrichtsreihe und das Wolfgang Borchert Theater in Münster ganz recht. Bevor wir also mit dem Buch „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ anfangen, würden wir uns das Stück auf Deutsch im Theater ansehen. Nur Theater ist aber langweilig, schließlich wollten wir etwas erleben. Frau Kappenstein, die in Münster wohnt, hat uns mehrere empfehlenswerte Restaurants vorgeschlagen und wir haben uns demokratisch, nach einem Blick auf die Speisekarte im Internet, für das „Café Med“ entschieden. Die Vorfreude war riesig, wurde allerdings mit einem Ausblick auf anstehende Klausuren etwas getrübt. Davon ließen wir uns aber nicht unterkriegen und machten uns, krankheitsbedingt mit zwei Schülerinnen weniger, in zwei Autos auf den Weg. Auf der Autobahn haben wir uns kurz verloren, aber zum Glück kamen alle pünktlich an. Die Parkplatzsuche gestaltete sich zugegebenermaßen schwierig, Frau Lieb und Frau Kappenstein auf Fahrrädern hatten definitiv einen Vorteil. Etwas unsicher darüber, ob unser Auto noch da sein wird, wenn wir wiederkommen (das Halteverbot galt nur für Schwertransporter, aber man weiß ja nie...), trafen auch wir vor dem Café Med an. 

Beim Essen stellte sich heraus, dass einige ein Angebot für einen Crash-Kurs im Pizzaschneiden vielleicht nicht ausschlagen sollten („Es lag an den Messern!“). Nachdem auch die Frage, wer wem mit dem bestellten Gericht nachgemacht hat, geklärt war, hatten wir uns viel zu erzählen. Interessante Details kamen zum Vorschein, so zum Beispiel, dass Rotwein mit Sprite eine gute Mischung sein soll. 

Über sehr gutem Essen, noch besseren Gesprächen und viel Gelächter konnte man glatt die Zeit vergessen... Nicht umsonst hatten wir mit Frau Kappenstein eine Sportlehrerin dabei, beim kurzen, aber intensiven Kampfmarsch zum Theater, verbrannten wir die meisten Kalorien des Essens wieder. Zwölf Personen, die im Affenzahn Richtung Theater gingen, man hätte uns glatt für eine Großfamilie halten können. 

Obligatorisch durfte natürlich das Gruppenfoto (siehe unten) nicht fehlen, egal wieviel Zeitdruck auch da gewesen ist. Wir waren trotzdem sehr pünktlich und hatten doch tatsächlich noch genug Zeit, kurz rauszugehen und und uns darüber auszutauschen, wer im Saal neben wem sitzen wird. Letztendlich haben wir die Zahlen der Sitze auf unseren Karten doch ignoriert und uns wie wir wollten auf unsere Plätze gesetzt. 

Das Stück selbst, überraschenderweise ein Ein-Mann-Theater, gefiel allen von uns sehr. Die Geschichte des kleinen jüdischen Jungen Momo, der in einem Vorort von Paris die Bekanntschaft mit Monsieur Ibrahim, dem Betreiber eines Krimskrams-Ladens, macht, hat uns und die anderen Personen im Saal doch ziemlich bewegt. Am Ende stellte sich mir jedoch eine Frage... Wie kann sich jemand so viel Text merken, ohne sich auch nur einmal zu verhaspeln? Die Antwort? Vermutlich extrem viel Übung und Erfahrung. Meinen und den Respekt des Publikums hatte der Schauspieler jedenfalls- knapp 10 Minuten lang wurde zu Recht applaudiert. 

Zitate zum Abend von uns: 

„Das Essen im Restaurant war sehr lecker, die Stimmung lustig und unterhaltsam und das Theaterstück wurde interessant gestaltet, unter anderem mit witzigen Szenen. Insgesamt ein gelungener Abend.“ (Carina Reiß und Maja Hoffmann)
„Es war ein schöner Ausflug und, obwohl ich es nicht gedacht hätte, kann ein Ein-Mann-Theater auch unterhaltsam sein.“ (Helen Schmitt) 

„Es war ein netter, leckerer und interessanter Abend.“ (Lilian Burczinski)
„Es ist schön, sich mal wieder mit einem Kurs nach der Schule zu treffen. Dabei hatten wir durch das Theaterstück einen unterhaltsamen Abend und im Restaurant dazu noch leckeres Essen.“ (Kylian Schulz) 

Von: Isabelle Georg, Q2

Q2 Theaterbesuch