EF-Musikkurse erleben Puccinis „Turandot“ an der Oper Dortmund

Am Samstag, den 17. Januar besuchten interessierte Schülerinnen und Schüler der EF gemeinsam mit ihren Musiklehrerinnen Sina Jacka und Susanne Hidalgo die Oper Dortmund. Im Rahmen der Unterrichtsreihe „Geschichte der Oper“ stand Giacomo Puccinis letztes Werk „Turandot“ auf dem Programm – eine Gelegenheit, Opernkultur live zu erleben und Unterrichtsinhalte unmittelbar zu vertiefen. Puccini (1858–1924) zählt mit „La Bohème“ und „Tosca“ zu den prägenden Komponisten der Operngeschichte; „Turandot“ wurde nach seinem Tod von seinem Schüler Franco Alfano vollendet und 1926 an der Mailänder Scala uraufgeführt.

Im Mittelpunkt der Handlung steht die chinesische Prinzessin Turandot, die jedem Heiratsbewerber drei Rätsel stellt: Nur wer alle richtig löst, darf sie heiraten – wer scheitert, wird hingerichtet. Geprägt vom Schicksal ihrer Ahnin Lou-Ling, die einst verschleppt und Opfer schwerer Gewalt wurde, lehnt Turandot die Ehe ab. Der tatarische Exilprinz Calàf verliebt sich dennoch in Turandot und nimmt die Herausforderung an – trotz dringender Warnungen seines Vaters Timur und der Sklavin Liù, die heimlich Gefühle für ihn hegt. Überraschend löst Calàf alle drei Rätsel. Er setzt Turandot jedoch eine Gegenbedingung: Gelingt es ihr, seinen Namen bis zum Morgengrauen zu erfahren, will er auf sie verzichten. Turandot ordnet an, dass niemand im Reich schlafen dürfe, bis der Name bekannt sei – der Rahmen für die weltberühmte Arie „Nessun dorma“.

In der Folge wird Liù von Turandot gefangen genommen; um Calàf zu schützen, verrät sie seinen Namen jedoch nicht und nimmt sich das Leben. In der Begegnung zwischen Calàf und Turandot kommt es zu einem Kuss, der Turandots Haltung ins Wanken bringt. Als Calàf schließlich seinen Namen preisgibt, nutzt sie dieses Wissen nicht aus und verkündet vor dem Volk: „Sein Name ist … Liebe.“

Auch hundert Jahre nach der Premiere bietet „Turandot“ viel Stoff für Diskussionen: Die Oper spiegelt patriarchale Strukturen und zeigt zugleich die Ambivalenzen ihrer Figuren – von Turandots Versuch, sich aus diesen Gewaltkreisläufen zu lösen, bis zu Calàfs fragwürdigem Heldentum. Gleichzeitig sorgen die Minister Ping, Pang und Pong mit zynischem Humor für komödiantische Momente und verweisen auf Traditionen der Opera buffa und der Commedia dell’Arte. So verbindet das Werk Komik, Groteske und Grausamkeit zu einem vielschichtigen Musiktheatererlebnis.

Die aufwendige Inszenierung, das detailreiche Bühnenbild und die hervorragenden Stimmen – allen voran Alfred Kim als Calàf – begeisterten alle. Für viele Schülerinnen und Schüler war dieser zum Teil erste Opernbesuch, ein bereicherndes Erlebnis und damit ein eindrucksvoller Höhepunkt der Unterrichtsreihe.

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