Seit nunmehr 30 Jahren verbindet unsere Schule eine intensive Partnerschaft mit der polytechnischen Schule in Wieliczka, einer Stadt in Kleinpolen. Was 1996 begann, ist heute zu einer wertvollen Tradition geworden – ein lebendiger Austausch, der deutsche und polnische Schülerinnen und Schüler zusammenbringt und Brücken zwischen den Kulturen baut. Nach dem Besuch der polnischen Gäste im Juni, machten sich somit Mitte September 14 Schüler:innen des SGB auf den Weg zum Gegenbesuch nach Polen. Felix Wolf (Q1) berichtet von den Erlebnissen der Reise:
Am 17.09. startete unsere Reise – begleitet von unsern Lehrkräften Susanne Miskiewicz, David Heinze und Jan Groesdonk – am Dortmunder Flughafen. Nach der Landung in Kattowitz wurden wir von einem Kleinbus zur Partnerschule nach Wieliczka gebracht. Dort trafen wir unsere Gastschüler:innen und hatten die Gelegenheit, an einer Unterrichtstunde im Fach Mathematik teilzunehmen. Der Nachmittag brachte dann ein besonderes Highlight: ein feierlicher Festakt zum 30-jährigen Jubiläum des Austauschs. In der Schulaula tauschten sich deutsche und polnische Lehrkräfte vor den versammelten Gästen – darunter der Bürgermeister und der stellvertretende Landrat – über die Geschichte dieser Partnerschaft aus. Eine Präsentation der polnischen Schüler:innen zeichnete die Entwicklung der Begegnungen nach. Im Anschluss an diesen ereignisreichen Auftakt aßen wir gemeinsam mit unseren Austauschschüler:innen und Lehrkräften in der Schulkantine, bevor wir uns zu unseren Gastfamilien aufmachten.
Am nächsten Tag erkundeten wir Krakau, die Hauptstadt Kleinpolens und eine Stadt voller Geschichte. Bei einer von den polnischen Lehrerinnen organisierten Stadtführung besichtigten wir u.a. die Wawel-Burg und den Marktplatz mit der legendären Marienkirche. Im Anschluss teilten wir uns in kleinere Gruppen aus deutschen und polnischen Schüler:innen auf, in denen wir eine Stadtrallye durchführten. Danach besuchten wir das ehemalige jüdische Viertel Kazimierz und das ehemalige Konzentrationslager Płaszów, in dem uns die grausame Vergangenheit eindrücklich vor Augen geführt wurde und uns auf bewegende Weise an unsere Verantwortung für die Zukunft erinnerte.
Bereits früh am nächsten Morgen machten wir uns mit dem Zug auf den Weg nach Warschau, der polnischen Hauptstadt. Von der 30. Etage des beeindruckenden Kulturpalasts – ein Monument aus der sowjetischen Ära – genossen wir einen fantastischen Blick auf das pulsierende politische und wirtschaftliche Zentrum Polens. Wir besuchten das Grab des unbekannten Soldaten, sahen die Wachablösung am Schloss des polnischen Staatspräsidenten und schlenderten durch die restaurierte Altstadt und entlang der Weichsel, ehe wir uns auf den Rückweg nach Krakau machten.
Unser letzter Tag führte uns zum nahe gelegenen Nationalpark Ojców. In wunderschöner Natur bestaunten wir eine berühmte Quelle und die spektakuläre Felsformation „Brama Krakowska“. Auf dem Rückweg nach Wieliczka, konnten wir einen tollen Blick auf den Stausee Zakrzówek erhaschen. Zurück in der Partnerstadt stand noch ein gemeinsames Bowling auf dem Programm, bevor die Koffer gepackt werden mussten und wir bereits um 2:30 h in der Früh zum Flughafen gebracht wurden.
Die Bilanz dieser Reise fällt durchweg positiv aus: Wir haben internationale Freundschaften geschlossen, polnische Gastfreundschaft in ihrer besten Form erlebt und viel über unser Nachbarland gelernt – über seine Geschichte, seine Kultur und seine Menschen. Wir freuen uns bereits auf die nächste Reise nach Polen und danken dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk und der Stadt Bergkamen für die finanzielle Unterstützung sowie unseren Lehrkräften Susanne Miskiewicz, David Heinze und Jan Groesdonk für die Begleitung und die großartige Organisation.
Städtisches Gymnasium Bergkamen
Hubert-Biernat-Straße 1
59192 Bergkamen