„Wie kann man denn auf diese Weise ganze Bücher kopieren?“ Die Klasse 8a erprobte am Freitag, den 28.11. im Kölner Museum Schnütgen das Schreiben von Texten auf „mittelalterliche Art und Weise“, nämlich mit Gänsefeder und Tinte – stilecht auf Pergament. Die große Herausforderung dabei ist, den Lauf der Tinte zu kontrollieren, sodass es zu gleichmäßigen Schriftlinien, anstatt zu Tintenkleksen kommt. Denn Fehler verzeiht das Pergament nicht. Nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten schafften wir es aber, Botschaften auf Pergament und sogar Postkartengrüße zu verfassen.
Mit dem Wissen um die Schwierigkeit der handschriftlichen Textproduktion verlangte uns die mittelalterliche Buchproduktion vor der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern durch Johannes Gutenberg noch mehr Respekt ab. Und zu bestaunen gab es wunderschöne Gesangsbücher und religiöse Schriften mit aufwendigsten und kostbaren Einbänden z.B. aus Elfenbein. Und wer hätte gedacht, dass Kaiser Karl der Große bereits einen Elefanten geschenkt bekommen hatte?
Daneben konnten wir auch im Wallraf-Richartz-Museum Kunstwerke des Mittelalters bestaunen, wobei wir schnell erfuhren, dass man eigentlich nicht von Kunst sprechen sollte – waren doch auch die eindrucksvollsten Bilder religiöse „Gebrauchsgegenstände“ zur Verbildlichung christlicher Vorstellungen, in einer Gesellschaft, in der die wenigsten lesen und schreiben konnten.
Der Stolz der Sammlung ist eine Madonnendarstellung mit Kind von Stephan Lochner, auch die Mona Lisa von Köln genannt. So hat uns ein wenig Glanz und Goldzauber trotz des Regens durch den Tag begleitet.
Städtisches Gymnasium Bergkamen
Hubert-Biernat-Straße 1
59192 Bergkamen